Erderwärmung

 

"Extreme Ereignisse auf Meeresniveau, die früher ein Mal pro Jahrhundert stattfanden, werden nach einem wegweisenden Bericht der Weltwissenschaftler (des IPCC, Anm. von mir) bis 2050 an vielen Küsten jedes Jahr auftreten, unabhängig davon, ob die Emissionen der Treibhausgase gesenkt werden oder nicht.", schreibt The Guardian am 25.9.2019. Weiter heißt es in dem Artikel: "Die neuen IPCC-Prognosen für den voraussichtlichen Anstieg des Meeresspiegels bis 2100 liegen über denen von 2014, da die Antarktis unerwartet schnell schmilzt. Ohne Einsparungen bei den Kohlenstoffemissionen wird der Ozean voraussichtlich zwischen 61 cm und 110 cm ansteigen, etwa 10 cm mehr gegenüber der vorherigen Schätzung."

 

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin kein Klimaforscher. Aber ich kenne mich in der Meteorologie gut aus. Zwar sind Klima und Wetter verschiedene Dinge, aber das Eine bedingt das Andere. So ist Klima im Grunde das über Jahrzehnte beobachtete, gemessene und dann zu einem Mittelwert auf den Punkt gebrachte Wetter eines beliebigen Ortes auf der Welt. Sozusagen eine Rückschau auf das was war. Es gibt den Rahmen vor, in dem sich üblicherweise das Wetter abspielt. Ein Tag mit 40°C im Schatten würde an der Ostsee aus diesem Rahmen fallen, am Mittelmeer hingegen nicht. Grund hierfür ist, dass Ostsee und Mittelmeer in verschiedenen Klimazonen liegen. Die kühle Ostsee in der "gemäßigten" Zone, das Mittelmeer hingegen im Übergang zu den Subtropen. Jede Klimazone hat das für sie typische Wetter.

 

Nun leben wir in einer Zeit drastischer Klimaveränderungen, Klimazonen verschieben sich, die warmen meist nach Norden oder in den Bergen in Richtung Gipfel, andere wandeln ihren Charakter, wie die arktische Klimazone, in der es plötzlich viel öfter auf über 0°C geht als früher oder, wie in diesem Jahr in Alert (Alaska) mehr als 30°C gemessen werden. Ist das noch arktisch? Oder rutscht Alaska in eine andere Klimazone?

 

Wie man es auch dreht und wendet, ändert sich das Wetter, hat dies Einfluss auf die Klimadaten. Und das Wetter ändert sich, weil sich das Klima ändert. So sind es zwar verschiedene Dinge, aber sie gehören doch zusammen.

 

Als Meteorologe nehme ich die Erderwärmung wahr. 2019 konnte man schon Tage vorher erkennen, dass es 40°C und mehr in Deutschland geben wird, 42°C waren plötzlich denkbar und wurden auch so vorhergesagt. Was für eine Prognose! Hieß das doch, dass der bisherige deutsche Rekord von 40.3°C pulverisiert werden könnte, das sagt man nicht einfach so vorher, das überlegt man sich sehr genau. Schließlich basiert eine Prognose auch auf Erfahrungen, und die gibt es schlichtweg nicht, wenn es vorher noch nie 42°C gab.

 

Schlussendlich wurde an dutzenden Orten die 40°C locker erreicht, ein Umstand, der früher undenkbar war. In Duisburg und Marl fielen die 42°C. Nicht nur das, es gab gleich an mehreren Tagen nacheinander 40°C. Das ist ein Bruch mit allem was vorher "normal" war. Das ist vor allem aber auch logisch und war eine Frage der Zeit. Dabei war gerade erst Juni, vier Wochen VOR dem jährlichen Höchststand der Temperatur. Die gleiche Wetterlage 4 Wochen später hätte vielleicht sogar noch 2 bis 3 Grad mehr gebracht und Südfrankreich wäre nahe an die 50°C gekommen, so waren es "nur" 46°C.

 

In der Wahrnehmung der Bevölkerung tut sich auch etwas, was ich als Radio- und TV-Meteorologe immer öfter feststellen kann. Inzwischen wird all dies, was wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten beim Wetter erlebt haben, die vielen, vielen Monate die wärmer waren als im langjährigen Mittel, als völlig normal empfunden. Gibt es mal eine Witterungsphase, in der das Temperaturniveau etwa auf dem der Mittelwerte der drei Jahrzehnte von 1961 bis 1990 liegt, der Klimaperiode, auf die wir uns heute offiziell zu beziehen haben, glauben viele Leute, die Eiszeit stünde vor der Tür. Der April war zum Beispiel in den 1970ern noch eher winterlich geprägt, in den 2010ern hingegen immer öfter sommerlich.

 

Auf diesen Seiten, welche ich dem Klima widme, möchte ich auf Artikel aus dem Netz verweisen, die ich persönlich für gut, interessant und vor allem glaubhaft halte. Sei es, weil sie wissenschaftlich plausibel sind und/oder journalistisch hochklassig, zumindest aus meiner Sicht sauber recherchiert scheinen oder einfach nur die aktuelle Diskussion innerhalb und außerhalb der Medien abbilden.

 

Es ist bei der ganzen Diskussion zunächst wichtig, die Faktenlage zu kontrollieren. Hierzu gibt es die Unterseite FAKTEN. Wer nicht lesen mag, dem sei die Unterseite VIDEOS ans Herz gelegt.

 

Die Klimadebatte wird zuweilen sehr emotional geführt, über diese Debatte selbst lohnt es sich, nachzudenken. Woher kommt sie? Wer steuert sie? Gibt es Fallstricke? Hierfür gibt es die Unterseite DEBATTE.

 

Dass Offensichtliches verdrängt werden kann hat  Monty Python auf wunderbare Art und Weise dargestellt: ;)